Zurück vom Urlaub

Ein paar Wochen haben wir uns Urlaub gegönnt, wollten eigentlich eine lange Reise unternehmen. Aber wir waren bei der Abfahrt schon so müde und ausgelaugt vom letzten Jahr, dass wir nach einer Woche heimgekehrt sind, um uns daheim zu erholen. Naja, sich daheim erholen ist so eine Sache, ich kann nur sagen, ich habe in diesen paar Wochen Urlaub sehr viel erledigt ... Dachboden ausgemistet, Sprecheraufträge, eine Einführung in Tontechnik für Sprecher (ja, da ist was in Planung, mehr dazu zu gegebener Zeit...), Veranstaltungen, Besprechungen, etcetc

Offiziell sind wir nun seit diesem Wochenende wieder hier und aktiv.

Und das war gleich ein Wochenende ganz nach dem Erzählerinnen Herzen! Gestern erstmals eine Veranstaltung NUR für Frauen, das Frauenfrühstück im Haus der Frauen in St.Johann bei Herberstein - selten so viel herzliches Lachen, selten so eine wunderbare Stimmung bei meiner (leider nur selten erzählbaren) Geschichte über "die Alte Frau und der Tod", das war wie ein Geschenk für mich. Ich muss doch sagen, dass mir vorkommt, frau lacht offener, wenn kein Mann zuhört.

Nachmittags dann beim Genussapfel-Familientag einerseits meiner Freundin Elfi Scharf vom Kuddelmuddel Theater zusehen dürfen und dann selber eine Vorstellung für Kinder (und ihre Eltern) geben, etwas, das ich nicht so mag, auf Festen. Diesmal aber doch angenehmer als das letzte Jahr, wo ich für die Kinder neben der Kirche erzählt habe - mit Umtata und Unruhe im Hintergrund. Heuer richtig auf der offiziellen Bühne, mit Mikro und was dazu gehört. Ich erzähle durchaus gerne mit Headset, als Erzähler hat man dadurch ungeheure Freiheiten, in die dezentesten Nuancen zu gehen, weil man trotz Freiluft und Publikumsdistanz bis zum Flüstern die Stimme reduzieren kann. Aber gleichzeitig macht es doch auch so etwas wie eine Barriere zum Publikum, stelle ich immer wieder fest. Weil die Stimme doch verfremdet und aus einer (leicht) anderen Richtung kommt. Eine schwierige Gradwanderung. Mein Ideal: 20-60 Leute unverstärkt und indoor. Oder (wie jedes Jahr beim LFI) ein Saal von 200 (oder mehr...) und ein echt gutes Headset mit einem guten Techniker am Pult ...

Und heute, als Abschluss des Wochenendes, im Rahmen des Apfelstraßenfestes beim Stixpeter (entspanntester Wirt ever! Der Kerl ist ein Hit!) Peter Rosegger Geschichten erzählen - eine Premiere für mich, bis jetzt, muss ich als Wienerin ja zugeben, war Rosegger für mich immer so was wie die männliche Rosamunde Pilcher der Steiermark, aber der Typ hatte einen ungeheuer feinen Humor, kann ich als Lektüre nur empfehlen (v.a. seine Schmunzelgeschichten). Ich bin dem Peter Kulmer (das ist der Stixpeter...) sehr dankbar, dass er mich gebeten hat, heute dort Rosegger zu geben, er hat mir damit diesen Autor völlig neu erschlossen. Die Veranstaltung selbst war - wie erwartet - eine Herausforderung, zwar mit Mikro aber mitten in einem Gasthaus-Hoffest-Vollbetrieb lesen und erzählen vor Leuten, die dort hingehen, um zu essen, zu trinken und zu plaudern, und nicht, um Geschichten zu lauschen. Da redet man dann über einen Grundpegel von Stimmen drüber, für jene 10-15 im ganzen Areal (drinnen und draußen), die zuhören wollen. Der Blick klammert sich an jene 2 oder 3 am Tisch in der Nähe, die einen aufmerksam ansehen, und man versucht, nur noch für die zu reden, und jene auszublenden, die sich von den Texten so gestört fühlen wie andere von den Stehgeigern beim Heurigen, die partout nicht vom eigenen Tisch weichen wollen...

Das sind die Momente, wo man weiß, wie die eigene Rampensau gelagert ist, und ob man der extrovertierte Typ ist oder nicht ... und so sehr ich beim Erzählen "die Sau raus lassen" kann, so wenig mag ich es, wenn ich Leute "zwangsbeglücke"(n muss) und freue mich nun auf die nächsten Wochen, in denen mein neuer Roman ganz still und leise nur ich und meine Figuren im Kämmerchen weitergeführt werden wird ...

Dennoch, ein erfülltes und lehrreiches Wochenende!

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